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Tethered Caps bei Coca-Cola: Alle Produktionsanlagen für Einwegflaschen auf die neuen Deckel umgestellt

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04/07/2024

produktion, Einweg, featured |

Sie sind das neue Normal: Tethered Caps. Das sind Deckel, die fest an der Flasche bleiben. Coca-Cola hat alle Produktionsanlagen für Einwegflaschen in Deutschland auf feste Deckel umgestellt. Das ist pünktlich geschehen - vor dem Inkrafttreten der entsprechenden Richtlinie der Europäischen Union zu Verschlüssen an Einweg-Getränkeverpackungen im Juli 2024.

Für uns als Getränkehersteller, der an vielen Standorten in Deutschland produziert, bedeutete das: 20 Produktionslinien in 11 von 14 Werken bundesweit für die Tethered Caps umzurüsten. Wie wir diese Aufgabe erfolgreich bewältigt haben, erfährst du in dieser Story.   

Darstellung von Coca-Cola Getränkeflaschen mit neuen Deckeln

Auf den ersten Blick sehen die Deckel „ganz normal“ aus, aber dann…. bleiben sie nach dem Öffnen einfach fest mit der Flasche verbunden. 

Wie ist Coca-Cola vorgegangen, um die Produktionslinien auf die neuen Deckel umzustellen?

Im Jahr 2021 hatte Coca-Cola begonnen, die erste Produktionsanlage für Einwegflaschen umzurüsten. Danach folgten Schritt für Schritt weitere Linien in immer mehr Werken. Schon deutlich vor Inkrafttreten der Richtlinie - im Mai 2024 - waren alle Anlagen auf die neuen Deckel umgestellt. 

Die folgende Übersicht zeigt die Meilensteine: 

  • Die erste Produktionslinie wurde im Herbst 2021 im Coca-Cola Werk Dorsten in Nordrhein-Westfalen umgestellt.
  • Im Jahr 2022 folgten zwei Produktionslinien in Dorsten und Hildesheim sowie je eine Produktionslinie in Mannheim, Mönchengladbach und Knetzgau.
  • 2023 haben wir eine Einweglinie in Halle und weitere Linien in Karlsruhe, Knetzgau, Lüneburg, Fürstenfeldbruck und Bad Neuenahr umgebaut.
  • Bis zum Mai 2024 waren noch die fehlenden Produktionslinien dran, unter anderem drei Linien für unsere Klassiker wie Coca-Cola in Genshagen, eine Linie für Fuze Tea in Halle und eine Linie für ViO BiO in Lüneburg. 

Unterschied zwischen alten „Lass-mich-dran-Deckel“ und neuen „Fester Verschluss-Deckel“

Die ersten neuen Deckel bei Coca-Cola in Deutschland trugen übrigens noch die Aufschrift „Lass mich dran“. Später wurden Sie mit der Aufschrift "Fester Verschluss" gekennzeichnet. Ab Juli 2024 endet die Einführungsphase der Tethered Caps. Die Deckel erhalten bei Coca-Cola deshalb wieder ihre ursprüngliche Aufschrift: den jeweiligen Markennamen des Getränks.

Wie schwer war es, die Anlagen umzustellen?

Die Umstellung auf die fest mit der Flasche verbundenen Deckel ist Hightech. Ralf Schmalenbeck, Betriebsleiter des Coca-Cola Standorts Dorsten, der als erster Standort von Coca-Cola in Deutschland Produktionsanlagen umgerüstet hat, erklärt: „Es ist ein technisches Meisterwerk, dass wir das gemeinsam mit den Zulieferern der Maschinen und der neuen Verschlüsse so schnell und gut hinbekommen haben.“ Die Anlagen umzustellen erforderte eine längerfristige Planung. Denn hier mussten und wollten auch die Fachleute der verschiedenen Zulieferer – für die neuen Deckel und die neuen Maschinen – live mit dabei sein. „Wir haben den ohnehin angesetzten Wartungszeitraum genutzt, für den wir in der Regel etwa eine Woche einplanen“, erklärt Ralf Schmalenbeck. 

Betriebsleiter Ralf Schmalenbeck prüft Coca-Cola Flaschen am Produktionsband

Coca-Cola hat nicht nur die Produktionslinien umgerüstet, wie Ralf Schmalenbeck berichtet: Je nach Flaschengröße hat Coca-Cola bei der Umstellung auf Tethered Caps an den meisten Anlagen auch bis zu 1,3 Gramm Plastik pro Flasche eingespart – das ist eine große Menge bei Milliarden von Flaschen im Jahr.

Wie gewöhnt man sich an die neuen Deckel?

Natürlich ist es ungewohnt, wenn die neuen Flaschendeckel plötzlich nicht mehr abgehen – nicht nur für uns bei Coca-Cola. Auch die Verbraucher*innen unserer Getränke haben sich zu Beginn mit den festen Verschlüssen eher schwergetan. Eine ähnliche Reaktion gab es bereits Anfang der 1990er Jahre. Damals wurden die abreißbaren Laschen von Getränkedosen durch Stay-On-Verschlüsse ersetzt, die an der Dose blieben und, die heute niemand mehr in Frage stellt. 

Wir haben den Umbau unserer Produktionslinien für Einwegflaschen auf Tethered Caps in allen Werken planmäßig bis zum Juli 2024 umgesetzt. Bei unseren Verbraucher*innen nehmen wir einen deutlichen Gewöhnungseffekt an die neuen Deckel wahr. Dieser wird sich weiter fortsetzen.

Christine Bergmann, Senior Manager Technical Packaging, Coca-Cola Europacific Partners Deutschland

Wie trinkt man aus den Flaschen mit den festen Verschlüssen?

Mit der richtigen Technik ist es ganz einfach: Wer beim Trinken darauf achtet, dass sich der Flaschendeckel links oder rechts an der Seite befindet, kann ohne Deckel an der Nase oder am Kinn sein Getränk genießen - so wie hier auf dem Foto. 

Erklärendes Bild, wie aus den Flaschen mit den festen Verschlüssen getrunken werden sollte.

Warum gibt es die neuen festen Verschlüsse?

Die Einweg-Kunststoffrichtlinie der Europäischen Union verpflichtet zu den neuen Deckeln: Sie verlangt, dass die Verschlüsse ab Juli 2024 fest mit der Einweggetränkeverpackung verbunden sein müssen. Das betrifft sämtliche Einweggetränkeverpackungen aus Kunststoff mit einem Volumen von bis zu 3 Litern, unabhängig davon, ob es sich um einen Saftkarton oder eine Einweg-PET-Getränkeflasche handelt. Die neuen Deckel, auch als Tethered Caps (Englisch: angebundene Verschlüsse) bezeichnet, sollen sicherstellen, dass Einwegflaschen zusammen mit dem Deckel in den Recyclingkreislauf zurückgeführt werden.

Es sind noch Fragen offen? 

Alles Wichtige rund um Tethered Caps gibt es in unserem Online-Artikel "Neue Coca-Cola Deckel: Antworten auf die wichtigsten Fragen über die Lass-mich-dran-Verschlüsse".

Erfahre außerdem mehr darüber, wie unsere neuen Deckel auf die Flaschen kommen. Dahinter steckt wirklich Hightech.

 

Dieser Artikel wurde im Dezember 2023 erstmals veröffentlicht und im Juli 2024 aktualisiert.