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Schwer auf Draht: Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bei Coca-Cola

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16/01/2023

Mitarbeitende, featured |

Schraubenzieher oder Tastatur? Was ist typisch für Deinen Job? „Wenn schon, dann die Tastatur“, sagt Gregor Wenemoser und lacht. Der 24 Jahre alte junge Mann muss es wissen. Er ist Auszubildender bei Coca-Cola in Knetzgau, Bayern. Bis Februar stehen die Abschlussprüfungen an. Dann ist er nach 3,5 Jahren Lehrzeit Elektroniker für Automatisierungstechnik. Aber eigentlich könne man die Frage gar nicht eindeutig beantworten, sagt er. Man brauche beides, mal mehr, mal weniger: „Jeder Tag ist anders.“

Ausbilder Norbert Röder und Azubi Gregor Wenemoser besprechen das Austauschen eines defekten Antriebsmotors

Learning-by-doing unter fachkundiger Aufsicht während der Coca-Cola Ausbildung: Vollzeitausbilder Norbert Röder (links im Bild) und Azubi Gregor Wenemoser besprechen das Austauschen eines defekten Antriebsmotors.

Doppelte Herausforderung: Mechanik und Elektronik in der Coca-Cola Ausbildung

Und genau das sei das Besondere am Beruf „Elektroniker für Automatisierungstechnik“, ergänzt Norbert Röder. „Als ausgelernter Automatisierungs-Elektroniker ist man dafür zuständig, alle Produktionsanlagen am Laufen zu halten.“ Dazu müsse man sich sowohl mit der Mechanik der Maschinen auskennen als auch mit ihrer Steuerungselektronik.

Nach 30 Jahren Berufserfahrung weiß der Vollzeitausbilder aber auch: An manchen Tagen läuft in der Produktion alles wie am Schnürchen, an anderen Tagen ist irgendwie der Wurm drin. Aber wo? „Das ist dann die Aufgabe, die man bewältigen muss – wie auch immer!“

Gregor Wenemoser prüft die Funktion der elektrischen Bauteile mit einem Messgerät.

Er folgt dem Stromfluss bis zum möglichen Fehler: Gregor Wenemoser vom Coca-Cola Standort Knetzgau prüft die Funktion der elektrischen Bauteile mit einem Messgerät.

Strukturierte Detektivarbeit: dem Strom folgen

Die „Aufgabe“ kann mitunter anspruchsvoll sein: Wie findet man den Fehler? Und wie behebt man ihn? „In solch einem Fall schaue ich mir zunächst die Anlage genau an“, erklärt Gregor Wenemoser. „Dann arbeite ich mich strukturiert von vorne nach hinten durch. Ich folge dem Strom. Wo kommt er her? Wo fließt er hin? Irgendwann sieht man wo der Fehler ist.“ Bei komplexen Maschinen könne ein Team schon mal mehrere Stunden beschäftigt sein.

Für so eine Aufgabe brauche man immer viel Geduld, findet der Azubi. Nach drei Jahren kennt er zwar alle Maschinen bei Coca-Cola in Knetzgau. Aber nicht so gut, dass er jeden Schaltplan auf dem Schirm hat. Das sei auch nicht notwendig: „Die detaillierten Pläne schauen wir uns vorher immer auf dem Computer an.“ 

Coca-Cola Ausbildung: Gregor Wenemoser während der Büroarbeit

Gewissenhafte Vorbereitung ist wichtig für den angehenden Automatisierungstechnik-Elektroniker: Gregor Wenemoser studiert im Büro den Ablaufplan einer Anlage bevor er zur Fehlersuche in die Produktionshalle geht.

Routinearbeit: Optimieren und Instandhalten

Laufen alle Produktionsanlagen nach Plan, haben Gregor und seine Kollegen Zeit für die Instandhaltung und das Optimieren der Abläufe: „Wenn eine Maschine eine neue Komponente erhält, beispielsweise eine Lichtschranke oder einen Sensor, dann müssen wir das auch in der Steuerungssoftware berücksichtigen“, erklärt der Azubi. „Wir ziehen uns das entsprechende Programm vom Server, gehen raus zur Anlage und ändern die Software vor Ort.“ Das Handwerkszeug dafür sind für den angehenden Automatisierungstechnik-Elektroniker die in technischen Berufen weit verbreiteten Programmiersprachen KOP und FUP (für: Kontaktplan, Funktionsplan).

Gregor Wenemoser prüft die Einstellung am Schaltschrank

Mit dem Notebook an den Einsatzort: Gregor Wenemoser prüft am Schaltschrank, ob der im Speichermodul hinterlegte Schaltplan geändert werden muss.

Grundlagen, Erfahrung sammeln, eigene Projekte übernehmen

Für solch anspruchsvolle Aufgaben ist allerdings Erfahrung und Fachwissen notwendig: Im ersten Jahr der Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik stehen daher zunächst die Grundlagen der Elektrotechnik auf dem Lehrplan. Danach helfen die Elektronik-Azubis ihren erfahrenen Kolleginnen bei der täglichen Arbeit. Im dritten Jahr dürfen sie dann sogar selbstständig eigene Projekte bearbeiten.

 

Höhepunkt der Coca-Cola Ausbildung: besseres Energie-System mit SPS

Höhepunkt seiner Ausbildung bei Coca-Cola ist für Gregor Wenemoser der Einbau eines effizienteren Energiemanagement-Systems am Standort Knetzgau. „Wir haben das durch eine SPS realisiert,“ erklärt er. Als SPS (für: Speicher programmierbare Steuerung) bezeichnen Techniker wie er den zentralen Computer einer Automatisierungsanlage. Dieser verarbeitet alle einlaufenden Signale und schickt dann seine Steuerungsbefehle an die jeweiligen Maschinen. Mit KOP und FUP kann er programmiert werden. „Ich war beim Anschließen und Verdrahten der SPS dabei und auch beim Programmieren“, erzählt Gregor. „Wenn alles funktioniert, ist man glücklich.“

Gregor Wenemoser erfrischt sich mit einer kalten Coke

Zufrieden nach der erfolgreichen Fehleranalyse: Gregor Wenemoser erfrischt sich draußen mit einer kalten Coke.

 

Da ich von klein auf technikbegeistert bin, wollte ich in Richtung Elektronik gehen. Und weil ich mich auch sehr für Computer interessiere, wurde es dann Automatisierungstechnik. Bei Coca-Cola eine Ausbildung zu machen, war meine erste Wahl. Man sieht die Autos hier überall und ich habe mir gedacht: Da hat man auf jeden Fall ein sicheres Standbein und gute Zukunftsaussichten. Das Besondere an der Ausbildung bei Coca-Cola ist, dass wir selbstständig arbeiten können. Wir Azubis haben viel Spielraum. Das gefällt mir sehr gut.

Gregor Wenemoser

Azubi zum Elektroniker für Automatisierungstechnik, Coca-Cola Knetzgau

Coca-Cola Ausbildung heute: immer digitaler

Hört man Gregor Wenemoser und Norbert Röder zu, dann wird klar: Der „Elektroniker für Automatisierungstechnik“ ist ein Beruf am Puls der Zeit. „Die Arbeit hat sich durch die Digitalisierung aber auch sehr verändert“, sagt Vollzeitausbilder Norbert Röder. Früher habe man irgendwo an einer Kurbel gedreht, heute drücke man auf einen Knopf und bald mache man das wahrscheinlich alles mit dem Handy.

Digitale Aufgaben werden auch zunehmend Teil der Prüfung. Es ist gut, dass der Ausbildungsberuf mit der Zeit geht. Das unterstützen wir auch im Betrieb.

Norbert Röder

Vollzeitausbilder, Coca-Cola Knetzgau

Ohne analoge Erfahrungen würde jedoch etwas fehlen: „Für das Erlernen der Grundfertigkeiten und die praktische Ausbildung bei uns ist es ein Glücksfall, dass wir hier am Coca-Cola Standort zusätzlich zu unseren modernen Anlagen auch noch ältere Maschinen haben", so der erfahrene Ausbilder, der schon Generationen an Azubis erfolgreich bei ihrem Start ins Berufsleben begleitet hat. 

Teamarbeit: Gregor Wenemoser und ein Kollege tauschen defekten Antriebsmotor

Trotz zunehmender Digitalisierung bleibt handwerkliches Geschick gefragt: Gregor Wenemoser und ein Kollege tauschen bei Coca-Cola Knetzgau in der Produktionshalle einen defekten Antriebsmotor aus.

Spielerei mit Spaßfaktor: Maschinen programmieren

Gregor Wenemosers Leidenschaft ist trotzdem das Programmieren. „Das ist eine gedankliche Spielerei, die mir sehr viel Spaß macht“, sagt er. Kenntnisse zur Funktionsweise der unterschiedlichen Produktionsmaschinen sind für ihn eher Mittel zum Zweck: „Wenn man nicht weiß, wie das alles mechanisch funktioniert, wie sollte man es dann programmieren können?“ Bereits mit acht Jahren habe er seinen ersten Computer bekommen. Unterfüttert wurde seine Begeisterung für Computertechnik und das Programmieren dann in der Schule: „Mathe und Physik waren meine Lieblingsfächer“, sagt er.

Ausbilder Norbert Röder erklärt Zahlencode auf Flaschen

Coke mit Code: Beim Pausengespräch in der Werkstatt erklärt Ausbilder Norbert Röder den Zahlencode, mit dem jede Flasche einem Werk, einer Produktionslinie und einem Zeitpunkt zugeordnet werden kann.

Voraussetzungen: teamfähig sein und keine linken Hände

Ein Interesse an diesen Fächern ist auf jeden Fall eine gute Basis für eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bei Coca-Cola. „Es ist grundsätzlich ratsam einen guten Mittleren Schulabschluss zu haben“, sagt Norbert Röder. Was man noch braucht, ist für den Ausbilder auch klar: Teamfähigkeit, ein guter Umgang mit Kritik und handwerkliches Geschick.

 

Auch Kolleginnen gesucht

Viel Körperkraft sei nicht notwendig. „Der Beruf ist für Frauen gut machbar. Wir würden uns freuen, wenn wir auch hier am Standort Knetzgau mehr Kolleginnen bekommen würden.“ Grundsätzlich fördere Coca-Cola die Diversität seiner Belegschaft und unterstütze die Karriere weiblicher Nachwuchskräfte. Nach Computerkenntnissen fragt Norbert Röder in Bewerbungsgesprächen übrigens nicht mehr: „Wenn ich sehe wie selbstverständlich die jungen Leute heute mit digitalen Technologien aufwachsen, dann bin ich es, der von ihnen noch etwas lernen kann.“

Und Du? Interesse an einer Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bei Coca-Cola?

Hast Du Interesse an einer technischen Ausbildung bei Coca-Cola als Elektronikerin oder Elektroniker für Automatisierungstechnik? Wir bilden den Beruf an allen Produktionsstandorten in Deutschland aus. Für den Ausbildungsbeginn in 2023 kannst Du Dich zum Beispiel jetzt in Knetzgau und Mannnheim für eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bei Coca-Cola bewerben. Schau einfach in unserem Jobportal vorbei und bewirb Dich! Wir haben auch viele andere aktuelle Stellenangebote für unsere Ausbildungsberufe an unseren Standorten in Deutschland.

 

Sieh an: So geht Ausbildung bei Coca-Cola!

Unsere Auszubildenden geben Dir einen Einblick in ihren Arbeitsalltag bei Coca-Cola: Erfahre in folgendem Video was Nina, Azubi zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik bei Coca-Cola in Deizisau, und John Luca, Azubi zur Fachkraft für Lagerlogistik bei Coca-Cola Mölln, so machen.

Vorschaubild Video Young Talents