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Wie Coca-Cola im Fürstenfeldbrucker Werk Wasser spart

Coca Cola Umweltkoordintator FFB 00

01/08/2021

Roland Schneider (30), Umwelt- und Energie-Koordinator bei Coca-Cola in Fürstenfeldbruck, hat den Wasserverbrauch des Werks stets im Blick und kämpft mit seinen Kollegen um jeden Tropfen. Mit Erfolg.

Etwa 120 Zähler gibt es im Fürstenfeldbrucker Coca-Cola Werk – für Wasser, Energie und Wärme. Die damit gemessenen Verbrauchsdaten kann Roland Schneider über Dashboards am Computer verfolgen. Der IT-affine Umweltkoordinator hat sie selbst programmiert und prüft sie jeden Montag genau. Ist der Wasserverbrauch gestiegen, beginnt die Fehlersuche.

Zuletzt sorgte der Kastenwascher, der die roten Coca-Cola Mehrweg-Kisten reinigt, für einen erhöhten Verbrauch. Der Grund: Ein Ventil war defekt, die Anlage verlor Wasser. „Das wird uns nicht noch einmal passieren“, verspricht Schneider, der an der Technischen Universität München Umweltingenieurwesen studiert hat und seit mehr als zwei Jahren für Coca-Cola in Fürstenfeldbruck tätig ist. Denn gemeinsam mit seinen Kollegen aus der Instandhaltung hat er eine Lösung gefunden: „Wir setzen zukünftig auf weniger fehleranfällige Sonden. So tritt dieses Problem nicht mehr auf, und wir sparen etwa 200 Kubikmeter Wasser.“

Nicht der erste Sparerfolg für die Mitarbeitenden von Coca-Cola in Fürstenfeldbruck: Etwa 8.000 Kubikmeter Brauchwasser konnten sie im letzten Jahr nach Spülvorgängen in Tanks auffangen und erneut benutzen, etwa zum Reinigen der Mehrwegkisten im Kastenwascher. „Beim Wiederverwenden von Wasser gehörten wir 2020 zu den besten Standorten von Coca-Cola in Deutschland“, berichtet Schneider stolz. Auch durch die Investition in effizientere Anlagen gelang es, den Wasserverbrauch des Werks zu senken: Erst im vergangenen Dezember wurde so zum Beispiel eine neue Reinigungsmaschine für Maschinenteile in Betrieb genommen. Sie spart im Vergleich zu manuellen Reinigungsprozessen etwa 150 Kubikmeter Wasser im Jahr.

 

Neue Anlagen sparen Wasser – und Energie

Mehrmals pro Woche macht Schneider einen Rundgang und inspiziert dabei die drei Abfüllanlagen. Eine zentrale Station ist die riesige Spülmaschine für Mehrweg-Glasflaschen. Einmal am Tag überprüfen die Mitarbeitenden hier den Wasserverbrauch. Markieren sie die Werte auf dem Kontrollboard an der Maschinenwand mit einem grünen Punkt, sind sie in Ordnung. „Das ist besonders wichtig, denn die Flaschenreinigungsmaschine zählt zu den Hauptverbrauchern im Werk. Wir müssen sie besonders im Auge behalten“, erklärt Schneider. 2018 wurde die vorhergehende Reinigungsmaschine gegen diese neue Anlage ausgewechselt – mit positivem Effekt: 2020 hat Coca-Cola im Vergleich zur früheren Anlage etwa 40 Prozent weniger Wasser zum Spülen benötigt und den Energieverbrauch um rund 50 Prozent gesenkt.

Ein wichtiger Fortschritt: Denn natürlich arbeiten Schneider und sein Team auch täglich daran, den Energieverbrauch des Werks zu verringern: „Ein großer Hebel ist die Drucklufterzeugung, denn sie macht fast ein Viertel unseres Stromverbrauchs am Standort aus. Das ist ein großer Brocken“, sagt Schneider. Um die Druckluft energieeffizienter herstellen zu können, wurden zuletzt 100.000 Euro in fünf neue Niederdruckkompressoren investiert.

Ein weiterer Hebel ist die Blasmaschine: Hier tüfteln Experten daran, den Blasdruck zu reduzieren: „Wir wollen unsere Einwegpfandflaschen zukünftig mit 23 Bar formen. Das sind fünf Bar weniger als vorher. Wenn uns das gelingt, wirkt sich das erneut positiv auf unseren Stromverbrauch aus.“ 

 

Auch CO2-Ausstoss wird kontinuierlich gesenkt

Weitere Tests mit Einsparpotenzial liefen erst kürzlich an der Blasmaschine. Im Fokus dabei dieses Mal: die Verringerung von CO2-Emissionen. Erstmalig wurden dafür neue Flaschenrohlinge aus 100 Prozent PET-Recyclingmaterial verwendet. Diese sollen bald nur noch zum Einsatz kommen – alle Einwegpfandflaschen in der Halblitergröße werden dann komplett aus Rezyklat bestehen. Viele Tonnen PET-Neumaterial – und damit auch CO2 – lassen sich so einsparen. Ein großer Schritt hin zum Ziel, das sich Coca-Cola auch in Fürstenfeldbruck gesetzt hat: „Unser CO2-Fußabdruck soll immer kleiner werden. Am Ende soll ganz klar die Null stehen“, betont Schneider. Bis 2040 möchte das Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Viel zu tun für den Umweltkoordinator und die Kolleginnen und Kollegen am Standort, doch alle wissen: „Ressourcen haben ihren Wert. Wir wollen so wenig wie möglich verbrauchen. Daran arbeiten wir.“

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Beim Wiederverwenden von Wasser gehörten wir 2020 zu den besten Standorten von Coca-Cola in Deutschland.

 

Coca-Cola in Fürstenfeldbruck

Rund 164 Millionen Liter Getränke werden bei Coca-Cola in Fürstenfeldbruck jährlich in Einweg- und in Mehrwegwegverpackungen abgefüllt – von der kleinen 0,2 Liter Mehrweg-Glasflasche für die Gastronomie bis zur großen 1,25 Liter PET-Einwegpfandflasche für den Handel. Zum Produktionsportfolio gehört eine Vielzahl von Markengetränken, darunter Coca-Cola, Fanta, Sprite und viele zuckerfreien Varianten. Die Getränke versorgen die Region und haben kurze Lieferwege: Zum Versorgungsgebiet gehören die Metropolregion München, Oberbayern, Niederbayern, Schwaben/ Allgäu und die Oberpfalz.